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Über unser DorfAsseln liegt etwa 10 km östlich der Dortmunder Innenstadt am Hellweg, der alten Ost-West-Verbindung. Asseln gehört mit vier weiteren Vororten zum östlichen Dortmunder Stadtbezirk Brackel. Heute leben dort etwa 8000 Einwohner. Die Ortsmitte Asselns liegt auf einer Höhe von 77 m über NN. Der Ort ist ein bürgerlicher, gewachsener Vorort. Noch heute sprechen die Asselner selbst von ihrem ‚Dorf‘, und das nicht zu unrecht. Denn rund um den Hellweg, im eigentlichen Dorf, stehen noch einige alte Fachwerkhäuser, die teilweise unter Denkmalschutz gestellt wurden. Im nördlichen Bereich des Ortes, auch Unterasseln genannt, befinden sich hauptsächlich bürgerliche Reiheneigenheime, kleine Mehrfamilienhäuser, sowie auch vereinzelt Bauernhöfe. Höhere Wohnbebauung (bis zu 4 Stockwerken) gibt es lediglich zwischen dem Kocklinckeweg und der Asselburgstraße. Im Asselner Süden, auch Oberasseln genannt, befinden sich überwiegend Ein-bis Zweifamilienhäuser. Asseln liegt sehr ländlich und ist rundum von Feldern umgeben und beheimatet noch immer mehrere Bauern mit Vieh- und Landwirtschaft. Die Verkehrsanbindung zur Dortmunder Innenstadt oder zu den Autobahnen und Bahnhöfen ist sehr gut. Der Dortmunder Flughafen liegt südöstlich von Asseln. GeschichteAsseln wurde erstmals urkundlich um das Jahr 882 als „Asc-loon“ (= Ort an den Eschenwäldern) im so genannten Werdener Urbar erwähnt und ist damit genauso alt wie die Stadt Dortmund. Aus der Urkunde wissen wir einiges über den ersten, namentlich bekannten Asselner: Er hieß Alfdag, wirtschaftete auf einer halben Hufe, die im Eigentum des Klosters Werden an der Ruhr stand, und musste dafür 20 Scheffel Gerste, 5 Scheffel Brauhafer, 8 Denare Heerschilling und 2 Scheffel Mehl als Abgabe an das Kloster leisten. Damit hatte Alfdag von allen Abgabepflichtigen im Dortmunder Raum, die auf einer halben Hufe saßen, am meisten zu zahlen. Dies lässt auf die besondere Güte des Bodens auf dem Nordhang des Dortmunder Rückens schließen. Die Evangelische Luther-Kirche wurde am 13. Juni 1906 eingeweiht. Die Kirche ist eine kreuzförmige Saalkirche und wurde im Baustil des Historismus errichtet; die Innenausmalung im Jugendstil ist noch komplett erhalten. Von der alten, 1904 abgerissenen Kirche wurden der spätromanische Turm, der ursprünglich wohl ein Wach- oder Wehrturm war, und der Chorraum mit frühgotischen Bauelementen in den Neubau einbezogen. Die vom Architekten Gustav Mucke durchgeführte Integration der beiden alten Bauteile in den Neubau hat einen gravierenden Nachteil: Nicht nur durch die einheitliche Außenverkleidung durch Werksteine, sondern auch durch eine passende Innenarchitektur wurden sie so nahtlos eingefügt, dass der heutige Betrachter die historischen Elemente in den beiden Bereichen auf Anhieb kaum bemerkt. Der Chorraum der alten Kirche dient heute als Trauerhalle. Um 1560 hatte Pfarrer Stephanus Erlemann in Asseln die Reformation eingeführt. Straßennamen wie „Auf der Burg“, „Asselburgstraße“ oder „Zum Burgkamp“ deuten auf eine frühere Burganlage hin. Mangels entsprechender Funde ist jedoch davon auszugehen, dass es in Asseln aller Wahrscheinlichkeit nach keine Burg im heutigen Sinn, sondern „nur“ einen mit einem Wassergraben befestigten großen Haupthof gab, dessen Ursprünge in die Zeit Karls des Großen zurückreichen und dessen Umrisse auf dem Ur-Kataster von 1827 noch gut zu erkennen sind. Im 19. Jahrhundert bekam Asseln zunehmend Bedeutung als Kohlestandort. 1874 teufte der Hörder Verein südlich der Dorfmitte die Zeche Holstein als weitere Grubenanlage für die Kohleversorgung seiner Hüttenwerke ab. 1877 ging die Zeche mit 477 Mitarbeitern in Betrieb, 1911 zählte sie 2267 Belegschaftsmitglieder. Asselns Einwohnerzahl entwickelte sich entsprechend von 1620 (1871) auf 6103 im Jahr 1910. Unterirdisch verbunden war die Zeche Holstein mit der Zeche Schleswig, die an der Gemarkungsgrenze zum westlichen Nachbarort Brackel lag; der Durchschlag erfolgte 1911 auf der 500 m-Sohle. Eine übertägige Verbindung wurde 1885 eingerichtet. Die Werksbahn, die von der Hermannshütte in Hörde zur Schwesteranlage Schleswig führte, wurde bis nach Asseln verlängert; die Strecke bekam noch einen Gleisanschluss an den Bahnhof Wickede-Asseln der Strecke Dortmund-Süd - Welver. Da das Grundwasser der beiden Gruben sehr solehaltig war, gab es sogar Überlegungen, ein „Heilbad“ zu eröffnen. Stillgelegt wurde Holstein am 1. August im Jahr 1928. Zeugen dieser Zeit sind bis heute das 1906 fertiggestellte Wohngebiet „Kolonie Holstein“ im Süden des Ortes und das Torhaus der Zeche Holstein, das heute als Einfahrt zur Wache der Freiwilligen Feuerwehr dient. Zur Erhaltung der Kolonie Holstein gründete sich 1975 eine Bürgerinitiative; seit dem Jahr 2003 gibt es eine neue Gestaltungssatzung für die Kolonie. Zwischen 1999 und 2005 wurden auf verschieden Grabungsstellen westlich der Asselner Wohnbebauung mehrere herausragende archäologische Funde gemacht. Sie umfassen den Zeitraum von der Jungsteinzeit bis zur Zeit der fränkischen Besiedlung im 6./7. Jahrhundert. Die meisten in Asseln ausgegrabenen Fundstücke aus dem letztgenannten Zeitraum wurden vom 4. August bis zum 28. Oktober 2007 im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte erstmals zusammenhängend gezeigt. Die personenscharfe Auswertung der Funde brachte einen Einblick in die Geschichte einer führenden Familie über drei Generationen. Ihre Gräber und die darin gefundenen Gegenstände zeugen von einer vielschichtigen und differenzierten Gesellschaft. Am interessantesten ist die Geschichte einer Frau, die im 6. Jahrhundert höchstwahrscheinlich in Böhmen geboren wurde und mit der langobardischen Landnahme nach Oberitalien kam, wo sie ihren Mann kennenlernte und mit ihm nach Asseln ging. Dies war der reiche Krieger, den die Archäologen zuerst fanden. Beide zusammen waren sie wohl das herrschende Paar der Asselner Siedlung. Ihre Geschichte und die weiteren Funde werden in dem Buch „Die Herrschaften von Asseln“ ausführlich beschrieben. BevölkerungAuf einer Fläche von 8,304 km² leben heute (alle nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2009) in Asseln 8.025 Einwohner (= 3.885 Männer und 4.140 Frauen). Zur Sozialstruktur der Asselner Bevölkerung ist zu sagen: Die Minderjährigenquote von 17,1 % liegt unter dem Dortmunder Stadtdurchschnitt von 20,1 %; die Altenquote von 35,8 % liegt dagegen über dem Stadtdurchschnitt von 31,3 %. Die Arbeitslosenquote liegt mit 8,1% deutlich unter dem Dortmunder Schnitt von 13,4%. Der Ausländeranteil ist mit 2,9% einer der niedrigsten Dortmunder Werte. Das Einkommen liegt leicht über Dortmunds Durchschnitt. Asselns Bevölkerung ist zwar überwiegend evangelisch, beherbergt aber trotzdem vielerlei Religionsgemeinschaften. SPD und Bürgerliste sind mit je einer/m Vertreter/in im Rat vertreten. SPD (2), CDU (1) und Grüne (1) sind zudem in der Bezirksvertretung vertreten. Gemeinsame Basis aller Vereinsaktivitäten ist die Asselner Vereinsgemeinschaft (AVG), in der fast alle Vereine, Kirchen und Parteien des Ortes zusammenarbeiten. Höhepunkt ist der jährliche Weihnachtsmarkt am 2. Adventswochenende (Samstag und Sonntag). Hier stehen mit über 50 Ständen die AVG-Mitglieder zusammen mit handverlesenen Gewerbetreibenden auf dem größten Weihnachtsmarkt im Dortmunder Osten. Seit 2009 veranstaltet die AVG im Sommer auch ein Dorffest als Wein- und Schlemmermarkt. Viele Bürger aus Asseln sind in den zahlreichen örtlichen Vereinen und Verbänden aktiv. Zu den Großvereinen (über 300 Mitglieder) gehören zum Beispiel die Sportvereine wie TuRa Asseln und TV Asseln aber auch der Wohlfahrtsverband Arbeiterwohlfahrt (AWO). Zu den bekannteren Vereinen gehören der Tennisclub TC Grüningsweg, der Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde, der Gewerbeverein sowie der Heimat- und Geschichtsverein DO-Asseln e. V. Nach der Auflösung des alten Gewerbevereins hat sich im Herbst 2009 ein neuer Verein, die IGA, Interessengemeinschaft Asseln für Handel, Handwerk und Gewerbe gegründet. Schulzentrum GrüningswegAm Grüningsweg liegt das Schulzentrum Asseln. Hier befinden sich die Max-Born Realschule, welche in der Westhälfte des 1974 eingeweihten Hauptgebäudes untergebracht ist, sowie das Immanuel-Kant-Gymnasium, dass neben der Osthälfte des Hauptgebäudes noch über das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Asseln und über einen 1998 errichteten Neubau verfügt, welcher beide Gebäude verbindet. Beide Schulen teilen sich noch die ehemalige Hauptschulturnhalle im Osten und die 1975 errichtete Dreifachturnhalle. Beide Schulen wurden 1969 gegründet. Die Realschule hat rund 800 Schüler und das Gymnasium etwa 1000 Schüler. |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 28. November 2010 um 10:32 Uhr |
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